Forum der BiGKU - Presseberichte Regional

Itzehoe: Weiter zu hohe Luftbelastung. WZ vom 16.03.2013

Itzehoe: Weiter zu hohe Luftbelastung. WZ vom 16.03.2013



Immer noch zu viel Stickstoffdioxid

Werte werden besser, aber weiter zu hohe Luftbelastung in der Lindenstraße / EU gibt der Stadt Zeit bis Ende 2015

Itzehoe

Der Container in der Lindenstraße ist im Laufe der vergangenen gut
zehn Jahre geschrumpft. Aber er misst und misst – denn weiterhin ist die
Luft zu schlecht im Abschnitt zwischen Dithmarscher Platz und
Grunerstraße. Die Stadt muss das Problem beseitigen, doch die EU hat ihr
dafür eine Frist bis Ende 2015 gewährt.


Schwierigkeiten macht das Stickstoffdioxid. Weil der Grenzwert für
das Jahresmittel deutlich überschritten wurde, musste ein
Luftreinhalteplan aufgestellt werden. Der entscheidende Schritt war ein
Durchfahrverbot für Lkw in diesem Bereich, die auf die Route über
Brückenstraße und Leuenkamp verwiesen werden. Ergebnis: „Die Werte
werden niedriger, aber eben noch nicht eingehalten“, sagt Bernd Voß aus
der Tiefbauabteilung der Stadt. Waren es vor zehn Jahren 66 Mikrogramm
(Millionstel Gramm) pro Kubikmeter Außenluft, so sank der
Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid im Jahr 2011 auf 47 und im
vergangenen Jahr auf 43 Mikrogramm. Die Obergrenze liegt jedoch bei 40
Mikrogramm.


Bis 2010 hätte sie eingehalten werden müssen, die EU gab aber die
Möglichkeit einer Fristverlängerung bis 2015. Diese nahm die Stadt wahr,
und die EU-Kommission erhob keinen Einspruch,
ebenso wie für Kiel und Ratzeburg, die anderen betroffenen Gebiete im
Land. Für 33 von 57 Regionen in Deutschland wurde die Fristverlängerung
allerdings versagt. „Damit wäre Schleswig-Holstein
bei einem Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland nicht
betroffen“, erläutert Nicola Kabel, Sprecherin des Kieler
Umweltministeriums. „Die Anstrengungen der Stadt Itzehoe, die
Luftqualität zu verbessern, sind also von der Kommission honoriert und
die Prognose, die Einhaltung spätestens bis zum Jahr 2015 zu erreichen,
akzeptiert worden.“


Doch um den Grenzwert dann einzuhalten, muss sich die Stadt noch mehr
anstrengen. „Eines der Probleme sind die Busse, die da durchfahren“,
sagt Bernd Voß. Die Menge von 800 Lkw und Bussen, die früher täglich in
der Lindenstraße unterwegs waren, sei auf 200 reduziert worden – und das
sei schon die Zahl, die allein mit Bussen erreicht werde. So soll auch
mit dem Nahverkehrs-Zweckverband besprochen werden, ob noch abgasärmere Fahrzeuge eingesetzt werden könnten.


Denn ganz ohne Lkw geht es – zumindest bisher – noch nicht. „Das
Problem ist, dass viele nach Navi fahren“, so Voß. Die Geräte leiteten
die Fahrer durch die Lindenstraße, und wenn sie die Verbotsschilder
bemerkten, sei es meist zu spät. Ein anderer Lösungsvorschlag aus dem
Luftreinhalteplan ist die Südspange. Aber die werde bis zum Stichtag
Ende 2015 nicht fertig.


Lars Peter Ehrich