Adrian hatte erwartet, dass er sofort einschlafen würde, aber etwas hinderte ihn daran. Er fühlte Davids Unruhe, und das nicht nur, weil er neben ihm hin und her rutschte. Er konnte sie selbst fühlen, weil er David so nahe war, und er strich ihm mit einer Hand etwas zögernd über die Haare. "Denken Sie jetzt an nichts", sagte er sanft. "Entspannen Sie sich." Er überlegte eine Weile, dann holte er seinen Zauberstab hervor und schwenkte ihn leicht in Richtung seiner Musikanlage. "Moon River", sagte er. Manchmal, wenn er sich entspannen wollte, und einfach den Kopf freibekommen musste, hörte er das Lied. Und hier mit David war es noch viel schöner. Das Lied schien für sie geschrieben worden zu sein, so wie sie hier lagen, und Adrian wünschte sich, dass es nie endete.
Re: Frosted Meadows
Nach Adrians Worten konnte er gar nichts anderes tun, als sich zu entspannen. Außerdem, so überlegte er sich, brauchte er seine Kräfte um Damian, Will und dem Jungen zu helfen. Etwas Schlaf würde helfen. Er schloss die Augen und genoss Adrians nähe. Dann fühlte er, wie Adrian sich noch einmal bewegte und kurz darauf erfüllten wundervoll entspannende Kläge den Raum. Er erschauerte wohlig. "Ahhh Moonriver" flüsterte er. "Ich liebe das Lied." Wenn er doch einfach nur für immer hier so mit Adrian liegen könnte .... sofort kam der Drang zurück, seine Gefühle auszudrücken und diesmal war er übermächtig. "Ich liebe dich, Adrian" flüsterte er und bereute es sofort. Er machte mal wiedr alles kaputt. "Du brauchst nichts zu sagen." fügte er schnell hinzu. "Sag einfach nichts."
Re: Frosted Meadows
Adrian sagte tatsächlich nichts. Er hätte gar nicht gewusst, was er erwidern sollte, aber er zog David fest an sich. Er konnte schließlich nicht einfach antworten, dass er David auch liebte, wenn er sich noch nicht einmal ganz sicher war, ob das denn stimmte. Er wusste, dass er verliebt war, aber verliebt sein und jemanden lieben war für ihn ein großer Unterschied. Und er wollte sich zweihundertprozentig sicher sein, bevor er sich jemals wieder auf jemanden einließ. Nun ja, eigentlich... Eigentlich würde er sich zum ersten Mal auf jemanden einlassen, oder besser mit jemandem. Aber soweit wollte er noch gar nicht denken. Er hatte immer noch Angst davor, was passieren würde, wenn er David wirklich verfiel, und er wollte die schönen Momente auskosten, wenn seine Sorgen ihn in Ruhe ließen. Wenn er wieder fühlte, wenn ihm plötzlich so warm war und seine Mundwinkel sich automatisch hoben, wenn er David sah. "Ich werde auch nichts sagen, weil ich bisher immer nur das falsche gesagt habe, wenn ich den Mund aufgemacht habe", flüsterte er. "Also lasse ich ihn zu. Und Sie werden jetzt schlafen", sagte er leise, aber bestimmt. "Wir können beide etwas Ruhe gut gebrauchen."
Re: Frosted Meadows
David erwachte drei Stunden später und fühlte sich einfach wundervoll. Für einen Moment hatte er das Gefühl, die ganze Welt umarmen zu können, während er sich noch einmal fest an Adrian drückte. Dann jedoch fiel ihm ein, was noch geschehen war und was er für eine Weile nur zu gerne vergessen hatte. Sofort wurde er ernster und setzte sich auf, allerdings vorsichtig um Adrian nciht zu wecken. Er war genauso eingeschlafen wie er war und seine Unterhose fühlte sich noch immer nass an. Etwas unangenehm berührt verzog er das Gesicht und stand auf, um ins Badezimmer zu gehen. Dort nahm er eine erfrischende Dusche und zog sich frische Sachen an. Jetzt nahm er wieder die ernste, sehr konzentrierte Haltung an, die ihm in seinem Beruf schon immer von Nutzen gewesen war und die er auch hatte, wenn es um Kiran Montague ging. Heute Abend hatten sie wieder ein Treffen und er hatte ein paar Neugikeiten vorzutragen. Wenn er auch nicht glaubte, dass sie ihnen sehr viel weiterhelfen konnten. Gott, das was mit Adrian heute passiert war war zu schön um wahr zu sein, aber im Moment mussten sie ihre Gefühle trotzdem etwas zurückstellen. Sie mussten sie einfach finden. Er konnte es kaum noch ertragen Severus, Sylvester und Ludwig so zerstört zu sehen. Mit sehr aufrechtem Gang verließ er das Bedezimmer und ging in die Küche, wo er für Gus, dem es inzwischen besser ging ein kleines Lager errichtet hatte. Er besah sich kurz seine Pfote, wobei er Mickey, der geradezu eifersüchtig über seinen Freund wachte dazu überreden musste, zur Seite zu gehen. Mickey beäugte ihn misstrauisch während er die Pfote untersuchte und als Gus leise maunzte weil es weh tat fuhr Mickey seine Krallen aus. "Ich tu ihm doch nichts, das weißt du doch" lächelte David, der Mickeys Fürsorge nur zu gut verstehen konnte. Es schien gut zu heilen. Er sah freundlich auf den hübschen, wenn auch etwas verwilderten Kater hinab. Er war gespannt, wie Gus als Mensch aussehen würde, denn in dieser Gestalt hatte er ihn noch nicht gesehen. Er streichelte ihm noch einmal über das Fell und ging dann zurück zu Adrian. Ein sehr warmes Gefühl beschlich ihn, als er ihn auf dem Sofa liegen sah. "Ich liebe dich" flüsterte er sehr leise, als er sich neben ihn setzte.
Re: Frosted Meadows
Adrian erwachte und fühlte sich schrecklich ausgeruht. Er hatte zudem noch sehr angenehme Träume gehabt, und als ihm wieder einfiel, woran das lag, stahl sich ein Lächeln auf sein Gesicht, und er schlug die Augen auf und sah direkt in Davids Gesicht. Das Lächeln verschwand. Er setzte sich auf und rieb sich kurz die Augen. Jetzt hätte er sich etwas Zeit gewpnscht, seine Gefühle zu ordnen, bevor er David wieder begegnet wäre, aber hier war er, und Adrian hatte keine Ahnung wie er sich verhalten sollte. Das was geschehen war hatte für ihn beinah an ein Wunder gegrenzt, aber er wusste, dass er sich nicht einfach so ändern konnte. Er hatte immer noch Angst, und er hatte immer noch Zweifel. "David, ich..." Er legte die Hände an den Fingerspitzen zusammen und sah zu Boden. Er fühlte sich nicht gut, emotional gesehen, und er war zwiegespalten. Während ein Teil von ihm David sofort an sich reißen und küssen hätte können, wäre der andere am liebsten auf der Stelle weggelaufen. Adrian seufzte und sah David wieder ins Gesicht. "Bitte machen Sie sich keine allzugroßen Hoffnungen", sagte er mit schwerer Zunge. "Ich glaube nicht, dass es etwas wird... mit uns."
Re: Frosted Meadows
David fuhr sich mit einer Hand in den Nacken, der sich plötzlich seltsam verspannt anfühlte. Er war vor den Kopf gestoßen, aber das wollte er sich nicht anmerken lassen. Er konnte sich nicht ständig so von Adrians Leunen herunterziehen lassen. Manchmal merkte er, wie sehr es an seinen Nerven zehrte. Am liebsten hätte er Adrian jetzt einfach angeschrien was er für ihn war. Ob er wirklich dachte er könne alles mit ihm machen. "Ich liebe dich verdammt nochmal und du tust mir weh!" das hätte er ihm gerne ins Gesicht geschrien. Aber er beherrschte sich. Er wollte sich nicht streiten und sie brauchten ihre Kraft jetzt für die Suche. Er ließ die Hand sinken und stand auf. Irgendwie wollte er jetzt zu Mickey. "Nein, ich mache mir keine Hoffnungen" sagte er ernst. "Steht bald auf, die Anderen kommen in einer halben Stunde." Dann verließ er rasch das Zimmer um nicht doch noch eine Gefühlsregung zu zeigen.
Re: Frosted Meadows
Adrian fühlte sich so leer wie zuvor. Aber diesmal schmerzte es unerträglich, denn diesmal hatte er etwas gehabt. Diesmal war etwas Schönes sein eigenes gewesen, aber er... Er war einfach nicht dafür gemacht, etwas Schönes zu haben. Er konnte damit nicht umgehen. Auf kurz oder lang zerstörte er es nur, und er hatte ja von Anfang an gewusst, dass er David nicht gut tun würde. Er tat keinem auf Dauer gut. Niemals hätte er etwas anderes denken oder hoffen dürfen. Es tat weh. Es tat so unheimlich weh, das zu denken. Er fühlte, wie ihm etwas, das er eben noch gehabt hatte, durch die Finger glitt wie Sand, und verzweifelt fuhr er sich durch die Haare. Warum, warum war alles so schrecklich kompliziert? Sicher lag es nur an ihm, aber er konnte einfach nicht anders, er wusste nicht wie er sich anders verhalten sollte. Er hatte keine Ahnung wie er jetzt, nachdem er sein ganzes Leben unter einer Eisschicht verbracht hatte, einfach auftauen und ein anderer werden sollte. Er wusste es nicht. Und es machte ihn verrückt. Wenn er gekonnt hätte, wäre er jetzt in den Raum gegangen. Nicht wegen Sex. Wegen der Schmerzen, die er jetzt so verzweifelt fühlen wollte, um diese inneren Schmerzen auszublenden. Aber den Raum gab es nicht mehr, und etwas in ihm wollte David hinterhergehen und ihn anschreien. Ihn anschreien, warum er das getan hatte, warum er ihm den Raum genommen hatte. Dass er kein Recht dazu gehabt hatte. Dass er den Raum GEBRAUCHT hatte. Und etwas in ihm tat es auch. Er sprang auf und rannte David hinterher. Und als er vor ihm stand, holte er Luft um ihn anzuschreien, aber es kamen nicht die Worte heraus, die er eigentlich hatte sagen wollen. "Ich habe mich verdammt nochmal in Sie verliebt!", schrie er David an. "Aber ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll! Es zerreißt mich! Tun Sie etwas!", brüllte er, und dann schloss er den Mund und seine Augen weiteten sich. Entsetzt sah er David an. Hatte er das eben wirklich gesagt - oder besser - geschrien?
Re: Frosted Meadows
David starrte Adrian fassungslos an. War das eben etwa ... eine Liebeserkärung gewesen? Eine Liebeserklärung von Adrian? Die Worte hallten in seinen Ohren wieder. Das war es also, Adrian liebte ihn, aber er konnte nicht damit umgehen. Hatte er das nicht schon die ganze Zeit geahnt? "Okay ich helfe dir" sagte er atemlos. Dann fiel er Adrian um den Hals und presste seine Lippen fest auf Adrians. Der war so überrascht, dass er sich nicht wehrte, als Davids Zunge fordernd seine Lippen auseinanderdrängte. Er küsste ihn tief und fast brutal, ganz anders, als es sonst seine Art war. Seine Arme umschlossen ihn wie ein Schraubstock. Dann ließ er plötzlich von ihm ab. "Besser?" keuchte er.
Re: Frosted Meadows
Als David sich wild auf ihn stürzte, fühlte Adrian fast körperlich, wie sich etwas in ihm löste. Etwas Gewaltiges. Und genau das machte ihm Angst. So große Angst, dass er zurücksprang, als David ihn wieder freigab, und sich beinahe ärgerlich über den Mund wischte. "Sie haben überhaupt nicht verstanden, worum es geht!", brüllte er ihn außer sich an. "Sie kommen her und stellen meine ganze Welt auf den Kopf! Darum habe ich Sie nie gebeten! Ich hätte Sie sofort als Sie hier ankamen wieder nach Hause schicken sollen, ich hätte niemals zulassen dürfen dass Sie mir so nahe kommen! Ich wollte das nicht! NIE!" Er drehte sich auf dem Absatz um, weil ihm die Tränen kamen, und stürmte den Gang entlang zur Haustür hinaus, welche er laut zuknallte. Er rannte durch den Nieselregen, der draußen herrschte, durch den Garten in den Wald. Er rannte, rannte, rannte, stolperte über Wurzeln, riss sich die Wange an einem Dornenzweig auf, rannte weiter, rannte, rannte, rutschte aus und fiel in ein Gebüsch. Er ließ sich zurücksinken und sah in die Baumwipfel über sich, während ihm die Tränen oder der Regen oder beides das Gesicht wuschen. Er wollte nie wieder zurück. Denn wenn er zurück kam und David wäre nicht mehr da, dann würde er sterben. Dann wäre sein Leben leerer und sinnloser als jemals zuvor.
Re: Frosted Meadows
David stand völlig verdattert da. Das Leben mit Adrian war wirklich schlimmer als jede Achterbahnfahrt. Wenn er sich gerade auf dem absoluten Höhepunkt glaubte, ging es auf einmal steil in die Tiefe. Er hatte also mal wieder das falsche getan. Das hätte er sich eigentlich auch denken können, wenn er mal einen Moment überlegt hätte, anstatt mal wieder völlig voreilig sofort das zu tun, was ihm in den Sinn kam. Aber Adrians Liebeserklärung, wenn sie auch etwas ungewöhnliuch war hatte ihn eifnach so glücklch gemacht. Verdammt, jetzt war er in der Zwickmühle. Gleich kamen die anderen und die konnte er unmöglich im Stich lassen. Noch iel unmöglicher war es allerdings Adrian jetzt alleine zu lassen. Oh, er hasste es jemanden zu enttäuschen. Da blieb nur eins. Er musste Adrian finden, bevor die anderen kamen. Er hatte natürlich keine Schuhe an, abr dazu war jetzt auch keine Zeit mehr. Barfuß rannte er nach unten in den Nieselregen hinaus und seine Füße sanken in den weichen Waldboden. "ADRIAN!" brüllte er.