Magieschule - Lenk - Meditationen

meditation in der natur

meditation in der natur

An einem See zu sitzen, oder in einem Wald, oder auch auf einem Berg sind Eindrucksvoll, aber bei weitem am meisten hat mich bewegte mich immer das Meditieren im Moor!

Hutje hatte mir gezeigt, das man eins werden kann mit der Natur, ohne das einen die Schafe einen nur als Gestrüpp ansehen (das daran knabbern hätte nur noch gefehlt). Wenn ich Dinge nicht nach dem ersten oder zweiten mal gleich konnte, dann sprach sie gerne davon, das ich ein schlechter oder gar lausiger Schüler, aber zeitlebens war ich ihr einziger Schüler und sie merkte schon zu dem Zeitpunkt, was für mich noch ewig hin sein würde, ihr eigenes Ende kommen.
Diese Ansammlung von Todesfällen begannen kurz vor meinem 18. Geburtstag.
Erst starben zwei Brüder, oder besser sie brachten sich um, weil sie erfahren hatten, das sie Magendarmkrebs im Endstadium hatten.
Sie waren gute Freunde und das hat man nicht sehr häufig in seinem Leben.
Dann Starb Hutje im gleichen Jahr nur war sie viel älter geworden, aber die Lücke die sie hinterlassen hatte, war ein Krater. Die Tage vor ihrem Tod hat sie in ihrem Haus, die Rituale verbrannt, die nicht in falsche Hände kommen durften und mir hatte sie ein paar Zettel noch vermacht, aber nicht mit Ritualen, oder Kräutern, oder der gleichen, sondern mit der Aufforderung nicht immer vor meinen Fähigkeiten davon zu laufen.
(ich war wütend, enttäuscht, fühlte mich verraten, suchte die flucht in den Alkohol, wollte mit all dem nichts mehr zu tun haben, und dann? Ich nahm zwei Wochen Auszeit von meinem Leben.)
In so einer Situation geht man in den Wald um zu Meditieren, sucht nach Antworten, dabei war die Frage nur: WARUM?
Die ganzen Übungen waren nur noch Übungen. Tote stolperten an mir vorbei und waren fast genauso drauf wie ich, manche pöbelte ich an, andere pöbelten einfach zurück.

Der Sinn war auf einmal dahin!
Keiner mehr da, den ich hätte fragen können. Den meisten Menschen hatte ich nie gesagt, was mit mir los ist, wenn sie noch nicht einmal verstehen wollen, dass die Bibel nicht der Nabel der Welt ist, dann brauche ich mit dem Rest auch erst gar nicht beginnen.
Es ist März geworden und der Nächste stirbt, wieder Krebs und ich kann nichts machen.
Was sind das für beschissne Fähigkeiten, wenn ich noch nicht einmal meinem eigenen Freundeskreis helfen kann?
Ist der Gedanke etwa zu egoistisch? Oder was geht hier gerade ab?

In dieser Situation begann ich wieder mit meinen Übungen, nicht um ein Schamane werden zu wollen, sondern einfach nur etwas herunter zu kommen. Um nicht ganz den Halt zu verlieren um nicht durchzudrehen. Ich kompensierte es auf der anderen mit Sport (Basketball /Leistungsklasse), aber wirklich geklappt hatte es nicht.

Beim meditieren im Wald hatte ich häufig das Problem das die einen Tiere davon liefen und die anderen wollten mich aus dem Wald vertreiben. Und wenn ich eines in meinen Jahren damals schon wusste, wenn ein Wildschwein nicht möchte, dass du da bist, dann sollte man so schnell als möglich diesen Ort räumen. Mit ihnen diskutiere ich nicht.


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ein schamane wandert um den baum

Re: meditation in der natur

Jede art der Versuche ging in die Hose, nicht wegen nicht können, sondern wegen der Wut im Bauch so hilflos zu sein. Bis zu meinem Abi durfte ich an dem Problem arbeiten, auch wenn das nicht ganz richtig ist, denn zwischen dem schriftlichen und dem mündlichen Abi kam wieder einer auf die Liste hinzu. Langsam kam mir in den Sinn, dass jeder der mit mir befreundet ist, ziemlich schnell sterben wird. Wie ein Magnet fühlte ich mich, die Party’s die ich zu dem Zeitpunkt mitmachte, endeten in Besäufnissen. Nicht das es irgend einen Sinn gemacht hätte, aber ich hatte gehofft zu vergessen.

Erst bei der Bundeswehr lernte ich wieder auf mein „ich“ zu hören, es war ein langweiliger Haufen, aber es gab Unmengen an Möglichkeiten, seine Meditation zu üben.

Und die Erfolge sprachen eine Sprache. Einmal wurden wir schon die ganze Nacht durch geärgert mit unsinnigen Befehlen und dann immer wieder dieses Schreien …
Am Morgen mussten wir wieder stramm stehen und wir wurden wieder und wieder und wieder angeschrieen. Als wir dann wegtreten durften, kam der Hauptfeld zu mir und entschuldigte sich bei mir. Ging ein paar Schritte weg und kam dann wieder um mich dann zu fragen wofür er sich denn entschuldigt hätte?
Mein zufriedenes Lächeln hatte ihn noch mehr aus dem Konzept gebracht, aber ich hatte zum ersten Mal es geschafft und keiner hatte etwas mitbekommen.

Die Übungen im Wald nutzte ich dann zum ersten Mal nach langem zum wirklichen Meditieren und es klappte, ich wusste wo wer lang läuft und die Rehe und Kaninchen deuteten darauf hin, das da wo ich war, niemand hätte sein können, denn die liefen auf dem ganzen Gelände umher. An einem Ort der so weit weg war von innerem Frieden, bekam ich meinen Kontakt zurück.
Den ersten Ausgang den ich bekam nutze ich um ins Teufelsmoor zu fahren und dort das Wochenende zu verbringen. Die Bundeswehr stellte mir alle Mittel, ich musste sie nur noch gebrauchen. Ein Schlafsack der Wasserdicht ist, Spaten, kleiner Grill, „Zelt“ (denn es war ja nur ein Windschutz), und die Kleidung war auch nicht auffällig!

Dieses Mal wollte ich eins werden mit dem Moor, hatte mir auch im Hellen eine Schlafstelle gebaut, Steine aufgestellt, damit ich Feuer machen kann, Kräuter gesammelt usw. Dann kam der Mond langsam heraus und zeigte mir sein schönstes Gesicht. Der Nebel bildete sich langsam zwischen den Zweigen und Gräsern. Spinnen wurden langsam deutlicher sichtbar und was sonst noch so an Gekrabbel und Gewürm kommen wollte.
Ich löschte mein Feuer, um mich ganz auf meine Umwelt einzulassen und durch nichts ablenken lassen.
Der Schutzkreis stand schon lang und die ersten Tiere näherten sich neugierig. Der Moorduft strömte durch meinen Körper, als je grob rausgerissen wurde. Die Sonne wollte gerade aufgehen und ein trampeln ließ den Boden erzittern. Als würde eine Herde Gnus durch die Gegend laufen. Da erblickte ich 20 Meter von mir Luftlinie entfernt, fünf Moorhexen die ihr Vollmond Ritual vorbereiteten und sehr erschrocken drein blickten, als sie mich Wahrnahmen. Sie hatten zwar davon gehört, dass der Verrückte von Hutje sich wieder gefangen hatte, aber sie kannten mich nur vom Reden. Es muss aber auch seltsamer Anblick gewesen sein. Mit Vollbart, längeren Haaren (aber mit Undercut, denn die Bundeswehr wollte ja Ohrenfrei haben) und sonst in Kampfanzug mit 108kg Lebendgewicht. Ich muss eher gewirkt haben wie ein Moor Ork, eben alles nicht so vertrauenswürdig!

Aber diese Unauffälligkeit hatte seine Wirkung gehabt, denn obwohl sie getestet hatten, ob noch jemand im Moor steckt, so blieb ich doch nur ein Stück Natur!


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ein schamane wandert um den baum