Jugendamtsterror und Familienrechtsverbrechen - Gewaltthematik-Gewaltproblematik

Hamburg: 50 Minderjährige unter staatlicher Aufsicht misshandelt

Hamburg: 50 Minderjährige unter staatlicher Aufsicht misshandelt

50 Minderjährige misshandelt - trotz staatlicher Aufsicht

Von Denis Fengler

Im vergangenen Jahr sind in Hamburg Minderjährige in rund 50 Fällen misshandelt und missbraucht worden, während sie unter dem Schutz einer sozialen Einrichtung standen. Dies geht aus einer Senatsanfrage des SPD-Abgeordneten Thomas Böwer hervor. Insgesamt verzeichnete die Behörde sogar 290 sogenannte "besondere Vorkommnisse", in denen Jugendliche - teils sogar in den sozialen Einrichtungen - Opfer von Übergriffen oder Vernachlässigung wurden. Das sind laut Anfrage fast doppelt so viele Fälle wie noch 2001, als 155 "besondere Vorkommnisse" aus den Jugendämtern gemeldet wurden.

In neun Fällen wurden Kinder und Jugendliche 2008 Opfer sexueller Gewalt, drei Jugendliche trotz staatlicher Kontrolle vergewaltigt, in zwei Fällen Kleinkinder missbraucht. Dass die Jugendämter bereits eingeschaltet waren, war kein Garant für die Sicherheit der Minderjährigen: In Eimsbüttel wurde ein einjähriges Kind trotz Betreuung von Eltern misshandelt. Aber auch durch Jugendamtsbetreuer kam es zu Übergriffen: In Wandsbek wurde ein 16-Jähriger geschlagen, in Altona ein Neunjähriger misshandelt, in Mitte einem Zehnjährigen den Arm umgedreht.

Ausgangspunkt für die Anfrage war der Tod von Baby Lara: "Wir brauchen alle Transparenz der Welt", sagte Böwer, jeder Fall müsse ans Licht gebracht, durchleuchtet werden. Deshalb sollen die Fälle zurück bis ins Jahr 2001 dokumentiert werden. "Wir wiegen uns zu sehr in Sicherheit, wenn wir auf die ambulante Pflege vertrauen, ohne genau hinzuschauen." Die Sozialbehörde kontert: Bei der überwiegenden Zahl der Vorkommnisse handle es sich um Konflikte zwischen gleichaltrigen Jugendlichen und nicht um Fragen des Kinderschutzes. "Gerade weil Hamburg an der Qualität der Jugendhilfe arbeitet, haben wir 2005 das standardisierte Meldewesen für besondere Vorkommnisse eingeführt", sagt Sozialsenator Dietrich Wersich. Zum Glück gebe es bei jährlich rund 3800 Hilfen nur wenig schwerwiegende Einzelfälle, bei denen es trotz Betreuung zu Übergriffen kam.

erschienen am 8. April 2009
https://www.abendblatt.de/daten/2009/04/08/1115485.html