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GPJ Moog-Spezial

Re: GPJ Moog-Spezial

ARP ist ein anderer Hersteller und insofern sind die Synthesizer aus diesem Haus keine Moogs - trivial. Aber auch technisch sind die Produkte von denen von Moog verschieden. An der Basis bringen die von ARP verwendeten Bauteile/Schaltungen schon mal einen anderen Grund-Klang (nimm 2 Geigen von verschiedenen Herstellern: Selbst bei kontruktiv identischer Gestaltung werden sich die Instrumente im Klang unterscheiden).

Wenn ich "nur" einfach einen Synthesizer will, ist es egal (und gleichermaßen teuer), ob ich einen Mogg oder ARP oder XYZ nehme. Wenn ich einen bestimmten Klang haben will, muss ich aber eben das Gerät von dem Hersteller nehmen, womit ich diesen Klang bekomme. In der Praxis ist es anders herum: Ich höre einen bestimmten Synthie und finde den Klang toll - und dann geht es wie bei mir und Du hast schnell mal 60 Synthesizer beisammen

"Polymoog, Minimoog usw." sind einfach verschiedene Modelle. Du bekommst von VW einen Kleinwagen, ein Cabrio, einen Sportwagen, einen Kombi und einen Transporter. Jedes Fahrzeug ist für bestimmte Anwendungen besser als die anderen geeignet. So ist es auch mit den Synthesizern.

Unter der Modellbezeichnung Minimoog wurde ein Gerät entwickelt und verkauf, das 3 Tonerzeuger und die weiteren Grundelemente mit dem von GPJ dankenswerterweise erläuterten speziellen Filter bei der Klangbeeinflussung als Ausstattungsmerkmale hat. Man kann mit dem Minimoog immer nur mit einer gedrückten Taste einen Ton erzeugen. Drückt man mehrere Tasten gleichzeitig, kommt auch nur ein Ton. Akkorde, d.h. gleichzeitig mehrere Töne über das Drücken entsprechend mehrerer Tasten können beim Minimoog nicht erzeugt werden. Man kann zwar die 3 Tonerzeuger verschieden, z.B. in einem Akkord stimmen, aber dann kommt eben immer dieselbe Tonkonstellation bei jeder gedrückten Taste, nur mit der Taste entsprechender Tonhöhe. Man nennt dieses Merkmal - immer nur ein Ton - Monophonie.

Kann man durch Drücken mehrerer Tasten auch entsprechend mehrere Töne auslösen, nennt man das Polyphonie. Und da wird eine Eigenschaft des Polymoogs schon klar: er ist eben Polyphon. Da der technische Aufwand bei Analoggeräten für Polyphonie sehr groß ist, musste trotz insgesamt gegenüber dem Minimoog und unter Einsatz modernerer Technik an anderer stelle abgespeckt werden: Er hatte für jede Tonauslösung nur noch 2 Oszillatoren als Tonerzeuger.

Es gab dann noch weitere Modelle von Moog: Micromoog (1 Oszillator) und Rogue/Taurus II und Multimoog (jeweils 2 Oszillatoren), die alle monophon waren und noch einige andere monophone "Kisten". Polyphon war einzig noch der Memorymoog, der (vor dem Polymoog entwickelt) eben das Abspeichern von 100 (!) Sounds ermöglichte und wirklich pro Tonauslösung 3 Oszillatoren hatte, aber nur maximal 6-stimmig spielbar war (das Ding kann also maximal 18 Oszillatoren gleichzeitig klingen lassen! - davon habe ich zwei Stück ).

Wärend Moog-Synthesizer eher für individuelles Melodiespiel ("Solos" à la Emerson und Wakeman) bevorzugt wurden, hatten die ARP-Synthesizer ihr Revier vorzugsweise bei "Sequenzer"-Abläufen, d.h. immer wiederkehrende abgespeicherte kurze Melodien. Im Bereich Minimoog/Micromoog gab es bei ARP den Odyssey/Axxe (wobei der Odyssey nur 2 Oszis und der Axxe nur einen hatte).

Uuuuuuuuuuuund zum Schluss noch a bisserl "Moog Music":

https://www.google.de/imgres?imgurl=https://musicbycybertron.com/images/other_images/Wendy_Carlos.JPG&imgrefurl=https://musicbycybertron.com/bio.htm&h=480&w=640&sz=18&tbnid=Yt_Q7whbks8ppM::&tbnh=103&tbnw=137&prev=/images%3Fq%3Dwendy%2Bcarlos&hl=de&usg=__dv7a6YMpfYZJj9HCD99V-hHyvTE=&ei=ai-2SfqrJ4mJ_gaB9KjGCw&sa=X&oi=image_result&resnum=6&ct=image&cd=1

(sind ein paar youtube Beispiele auf der Urheber-Seite; man sollte sich ein paar bessere Boxen an den Computer hängen, dann kommt das echt gut )


soundmunich



Re: GPJ Moog-Spezial

was schleppt eigentlich Emo hier immer auf der Bühne rum?





NOTHING BEATS LIKE VINYL !!!!!!!!!!

Re: GPJ Moog-Spezial

Nach Soundmunichs Link sieht das nach einem Mittelding zwischen 15 Brochure und 55 Brochure (eine bestimmte Anzahl von beliebigen Modulen) aus.


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Phantasie ist wichtiger als Wissen,
denn Wissen ist begrenzt.

(Albert Einstein )

Re: GPJ Moog-Spezial

Emo hat hier - allgemein gesagt - einen modular aufgebauten Synthesizer von Moog. Die schon erläuterten Komponenten Tonerzeugung, Klangbeeinflussung und Zeitsteuerung sowie weitere Funktionseinheiten sind hier als einzelne Module in einen Schrank eingebaut.

Grundsätzlich kann man sich so seinen eigenen Synthesizer mit den Eigenschaften und Fähigkeiten zusammenstellen, wie man sie will. Da die funktionalen Komponenten eine ganz spezifische Stromversorgung brauchen, hat der "Schrank" eben eine solche, die allen Modulen zur Verfügung steht.

Die einzelnen Module lassen sich mittels externen Steckverbindungen, so genannten Patchkabeln, individuell und leicht änderbar in gewünschter Weise kombinieren. So sieht man auf einigen Filmaufnahmen, wie Emo nicht nur "an den Rädchen dreht", sondern auch, wie er "Strippen zieht" und umsteckt. Neben dem absoluten Überblick braucht man bei einem solchen Instrument/Gerät natürlich den totalen Durchblick über die Funktionen und Wirkungen der einzelnen Module und Ihrer Einstellungen sowie ihrer Kombinationen, und das nicht nur elektrisch, sondern vor allem akustisch.

Den "großen" Moog mit auf die Bühne zu nehmen war anfangs schlichte Notwendigkeit, da es nichts handlicheres gab, und später einfach Markenzeichen, auch wenn Emo ihn eigentlich nicht mehr gebraucht hätte. Emo spielte auch live gerne analoge Cheetah Synthesizer (und Tastaturen), die meist quasi baugleich mit Oberheim waren (von denen stammt z.B. der Sound bei Van Halen "Jump"), wobei aber bei Emerson Polyphonie nie so wichtig war (wie vergleichsweise bei Wakeman), da er wenig mit Flächen arbeitet und für massive polyphone Sounds einfach die Hammond hernimmt.

Rock on


soundmunich



Re: GPJ Moog-Spezial

@GPJ: Vielen, vielen Dank für diesen sehr informativen Text! Ich kann die kommenden Teile kaum abwarten! Endlich werden die Bauteile gründlich, aber einfach erklärt!

Wofür denn? Nur, weil ich das Thema angeschnitten habe?


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So if you're gonna leave your town where the north wind blow
to go on down where that sweet soda river flow,
well, you better think twice on it, Jack,
you're better off buyin' a shotgun dead off the rack.
You ain't gonna find nothin' down here friend
except seeds blowin' up the highway in the south wind.
Movin' on, movin' on,
it's gone, gone, it's all gone...

Bruce Springsteen - "Seeds"

Re: GPJ Moog-Spezial

Ja, genau so habe ich das gemeint. Ich wäre wohl sonst nicht darauf gekommen. Du hast micht damit angestoßen dehalb: . und THX


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Re: GPJ Moog-Spezial




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Bruce Springsteen - "Seeds"

Re: GPJ Moog-Spezial




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Re: GPJ Moog-Spezial

Auch von mir vielen, vielen Dank, GPJ, für diesen gut recherchierten und interessant geschriebenen Artikel und die Mühe, die du dir damit gegeben hast!

Synthesizer und Keyboards haben mich immer schon irgendwie fasziniert, obwohl ich auf dem Gebiet Laie bin. Nach deinem Artikel kann ich ein bisschen besser nachvollziehen, warum mich das Ganze immer so fasziniert hat.

Weiter so, ich freu mich auf mehr!




Re: GPJ Moog-Spezial
















NOTHING BEATS LIKE VINYL !!!!!!!!!!